Angst verstehen und loslassen: Wie du erkennst, dass du nicht deine Gedanken bist!

Es gibt Momente im Leben, da sind wir so furchtlos wie nie. Wir treffen klare Entscheidungen, machen uns keine Gedanken über das Warum oder Wie und gehen einfach los. Wir verwirklichen unsere Ziele und Träume, sind voller Tatendrang und sicher in uns selbst und in dem, was wir tun. In diesen Phasen sind wir erfüllt von positiven Emotionen wie Freude, Vertrauen und Dankbarkeit.

Und dann, ganz plötzlich, kommt die Angst. Dinge, in denen wir uns eben noch sicher gefühlt haben, machen uns auf einmal Angst. Sie fordern uns heraus, werfen uns aus unserer Bahn und ziehen uns immer tiefer in eine emotionale Abwärtsspirale.

Ich stand schon so oft genau an diesem Punkt. Ich hatte unzählige Panikattacken und Zweifel, fühlte mich teilweise wie gelähmt und ohnmächtig. Es war, als hätte diese Angst die Kontrolle über mein Wohlbefinden übernommen, als hätte ich keinen Einfluss mehr auf meine Emotionen und wäre dem Ganzen einfach ausgeliefert.

Eine Sache musst du jedoch über mich wissen. Ich bin ein Mensch der Lösungen. Mein Lebensmotto ist, dass es für jedes noch so unlösbare Problem eine Lösung gibt. Dieser Gedanke ermutigt mich, nicht aufzugeben und immer wieder ins Handeln zu kommen. Genau deshalb habe ich vor vielen Jahren, zu einer Zeit, in der ich dachte, ich sei meinen Emotionen ausgeliefert, die bewusste Entscheidung getroffen, eine Lösung für dieses „Problem“ zu finden.

Ich habe vieles ausprobiert. Angefangen bei Meditation und Energy Work über psychologische Arbeit und Coaching bis hin zur intensiven Selbstbildung in den Bereichen Neurowissenschaften, Psychologie und menschliches Verhalten. All diese Wege haben mir geholfen, mich selbst besser zu verstehen und zu erkennen, wie ich innerlich funktioniere.

Ich habe es zu meinem persönlichen Abenteuer gemacht, mich selbst kennenzulernen. Ich bin in die Rolle des Schülers gegangen und habe meinen eigenen Organismus zum Lehrer gemacht. Und genau dabei habe ich eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens gelernt.

Der weltbekannte Autor Eckhart Tolle beschreibt eine Erkenntnis, die für mich alles verändert hat. Eine Sichtweise, die nicht nur Ängste und negative Emotionen gelöst hat, sondern mir eine völlig neue Beziehung zu mir selbst ermöglicht hat.

Zwischen zwei Dingen in unserem Sein sollten wir unterscheiden:

1. Das Ich
Das Ich ist die Stimme in unserem Kopf. Unsere Gedanken, Sorgen und Geschichten, die wir uns selbst über uns erzählen. Es ist das Ego, das sich mit Rollen, Emotionen und Bewertungen identifiziert.

2. Das Selbst
Das Selbst ist das stille Bewusstsein dahinter. Die beobachtende Instanz in uns. Der Teil, der Gedanken, Gefühle und Emotionen wahrnehmen kann, ohne selbst zu ihnen zu werden.

Das Beispiel, mit dem Eckhart Tolle dieses Prinzip besser veranschaulicht ist folgendes : „Ich halte mich selbst nicht mehr aus.“

Hier gilt es zu differenzieren. Wer ist das Ich, das etwas nicht aushält und wer ist das Selbst, das nicht ausgehalten wird?

Diese Differenzierung ist unglaublich kraftvoll. Denn sie zeigt uns, dass wir die Fähigkeit haben, innerlich einen Schritt zurückzutreten und unsere Gedanken, Gefühle und Reaktionen aus der Beobachterperspektive zu betrachten. In dem Moment, in dem wir beobachten, identifizieren wir uns nicht mehr vollständig mit dem Gedanken. Wir sind nicht mehr der Gedanke, wir sehen ihn.

Die Akzeptanz, dass es negative Gefühle gibt und dass sie in unterschiedlicher Form, Dauer und Intensität auftreten dürfen, kombiniert mit der bewussten Trennung von Ich und Selbst, kann unser Leben und unser Wohlbefinden enorm erleichtern.

Durch diese innere Haltung habe ich wieder das Ruder in der Hand. Wenn ich also das nächste Mal in einem Moment der Angst bin, weiß ich ganz klar: Ich selbst bin nicht der Gedanke.

 
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Wenn Liebe zur Abhängigkeit wird! Meine Erfahrung mit einer toxischen Beziehung.

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Bauchgefühl statt Ratschläge: Wie ich wieder Klarheit gefunden habe!